Christine Piecuch - die Detailverliebte

 

Überrascht werden ist toll? Nicht für Christine Piecuch. Die langjährigste der Lemmer Concepte

Planerinnen (seit 2007) schätzt Struktur und Klarheit, fühlt sich am wohlsten, wenn sie – auch auf

jede Eventualität – gut vorbereitet ist. Und das war schon immer so: „Ich war bereits als Kind

sehr ordentlich. Habe gern gebastelt, gemalt und ständig mein Zimmer umgeräumt. Sodass

durchaus auch kurz mal Chaos herrschen konnte – aber dann musste alles wieder picobello

aufgeräumt werden …“ 

Christine war schon früh klar, dass sie einen kreativen Beruf ergreifen wollte. Die vom Papa

gewünschte Banklehre stand deshalb für sie nie zur Diskussion. Stattdessen machte das 1979

geborene „Meenzer Meedsche“ nach dem Realschulabschluss eine Lehre zur Raumausstatterin:

kreativ, handfest und – anstrengend! „Ich habe Böden verlegt und Wände gestrichen, lernte polstern

und wie man mit Stoffen umgeht. Mit den Händen zu arbeiten war toll und hat mir viel Freude bereitet,

aber das in dieser Form mein ganzes Leben lang zu machen, konnte ich mir dann doch nicht vorstellen.“

 

Also holte Christine ihr Fachabitur nach und absolvierte an der Fachhochschule Mainz ein Studium

zur Dipl.-Ing. Innenarchitektin. Dem folgten zwei intensive und lehrreiche Arbeitsjahre im Mainzer Architekturbüro

Poetini & Karn: „Mein Chef hat mich damals ganz schön getriezt! Aber von ihm habe ich auch gelernt, bis ins Detail

zu denken – was mir heute noch sehr zugute kommt.“ 2007 schließlich stieg Christine Piecuch im noch jungen Innenarchitekturbüro Lemmer Concepte GmbH ein, als angestellte Planerin. Ihre neue Chefin und sie, obwohl in ihrer Arbeitsweise sehr unterschiedlich, kamen prima miteinander aus: „Beate ist kein ‚Kontrolletti‘ – sie hat mich von Anfang an machen lassen, hat mir vertraut.“ Beate Lemmer wiederum schätzt Christines Genauigkeit, ihre Detailverliebtheit und ihr schnelles Arbeiten. Während 2011 alle Lemmer Concepte-Mitarbeiterinnen im Mainz 05-Fieber waren – die VIP-Bereiche des neuen Fußballstadions mussten geplant und eingerichtet werden –, betreute Christine erstmals als Großprojekt in alleiniger Verantwortung das ACC3 (Conference Centrum 3) des Atrium Hotels in Mainz-Finthen. Eine Aufgabe, die sie, wie viele weitere, die folgten, bravourös meisterte.

Obwohl ihr das Angestelltenverhältnis eine gewisse Sicherheit vermittelte, wünschte sich Christine Piecuch irgendwann doch auf lange Sicht mehr Eigenständigkeit und Flexibilität – weshalb sie sich im September letzten Jahres selbstständig machte. Nun arbeitet die Innenarchitektin zwar nach wie vor weiter im Auftrag von Beate Lemmer, betreut unter dem Namen INCONCEPTE jedoch zusätzlich auch eigene Projekte: „Ich fühle mich nun deutlich freier und bin sicher, dass es der richtige Schritt war.“ In der Zusammenarbeit mit den anderen „Mädels“ und in der Bürogemeinschaft von Lemmer Concepte fühlt sich Christine Piecuch nach wie vor sehr wohl. 

Zum Schritt in die Selbstständigkeit ermutigte Christine Piecuch auch ihr Mann Sebastian, der „mit meinem Job vertraut ist, seit ich im Schlafzimmer das Modell für meine Diplomarbeit gebaut habe.“ Mit ihm und den beiden Töchtern wohnt die 41-Jährige in einem Vorort von Mainz. In einem eher minimalistischen und cleanen, aber dennoch gemütlichen Zuhause: „Ich mag nicht, wenn es daheim wie im Möbelhaus aussieht.“ Ihre Freizeit gehört naturgemäß der Familie, gerne sind alle gemeinsam mit dem Fahrrad unterwegs. Und wenn Reisen irgendwann einmal wieder möglich sind, schwebt Christine ein Familientrip nach Schweden vor: „Ich liebe Wasser. Und skandinavisches Design. Und außerdem sieht dort alles so ordentlich aus …“ 

Jaqueline Symalla - die Furchtlose

 

Am 8. Dezember 1985 geboren, ist Jaqueline Symalla die typische Schütze-Frau: frei im Geist,

wagemutig und äußerst kommunikativ. Obwohl sie einen Großteil ihrer Kindheit im ländlichen

Rheinhessen verbrachte, fühlt sich die 35-Jährige keinesfalls als Landei, ganz im Gegenteil:

„Ich brauche jede Menge Leben um mich herum, um mich wohl zu fühlen,“ erzählt sie.

Weshalb die Innenarchitektin nun mitten in Mainz wohnt und das sehr genießt.

Ursprünglich wollte Jaqueline Tonmeisterin werden, begann jedoch stattdessen ein

Architekturstudium und sattelte schließlich auf Innenarchitektur um. Eine Entscheidung,

die sie nie bereut hat. Ihrer Begeisterung für den Tarantino-Film „Kill Bill“ ist es geschuldet,

dass Jaqueline während des Studiums für ein Jahr an die University of Arts in Kyoto wechselte.

Vor allem zwei Erfahrungen in dieser Zeit prägten die junge Austauschstudentin: zum einen,

mit wie wenig Platz man auskommen kann (ihr Zimmer einschließlich „Küche“ und „Bad“ maß

ganze neun Quadratmeter), zum anderen, dass man manches im Leben ausprobieren

(„einfach mal machen“) muss – ohne Angst vorm Scheitern oder vor einer Blamage..

Seitdem hat Jaqueline bei ihren Freunden auch den Beinamen „die Furchtlose“.

Dem Bachelorabschluss in Mainz folgte ein Masterstudium in Wiesbaden, während dessen Jaqueline

als studentische Hilfskraft bei Planwerk Architekten (Mainz Layenhof) praktische Erfahrungen sammelte.

Den Master in der Tasche, startete sie durch und arbeitete fünf Jahre lang bei Expo-Technik (heute: ET Global Exhibit Group) in Taunusstein, einem international agierenden Full-Service-Anbieter für Messe- und Ausstellungsbau. Jaqueline konzipierte und baute sehr erfolgreich Messestände beispielsweise für Auto- und Technologiefirmen und gewann für einen Messestand der Firma Fissler sogar den German Design Award. Ihre Arbeit empfand Jaqueline als „cool und wahnsinnig kreativ“, aber auch als stressig und äußerst schnelllebig, da „alles nur für die Dauer einer Messe halten musste“.

Bereits früher hatte es sich die Innenarchitektin reizvoll vorgestellt, Einrichtungen für Hotels zu entwerfen – „etwas, was funktional und nachhaltig sein, aber auch ein besonderes Ambiente haben muss, in dem sich viele Menschen wohlfühlen.“ Sie suchte, wer dafür als Arbeitgeber in Frage kommen könnte und bewarb sich initiativ bei Lemmer Concepte. Eine Bewerbung, die ihr viel Geduld und Beharrlichkeit abverlangte, da das Vorstellungsgespräch – zu Zeiten des ersten Corona-Lockdowns – dreimal verschoben wurde. Doch schließlich klappte es, mit dem Vorstellungsgespräch wie auch mit der Anstellung.

Seit dem 16. Juni 2020 arbeitet Jaqueline nun für die Lemmer Concepte GmbH und wurde sofort an der Seite von Beate Lemmer in die Betreuung mehrerer Kölner Projekte integriert. Ein Sprung ins kalte Wasser, denn: „Ich musste ganz schnell ganz viel lernen, mich vor allem erst einmal mit der Archicad Architekten Software vertraut machen.“ Der neue Aufgabenbereich macht Jaqueline riesigen Spaß: „Ich lerne endlich das komplette Handwerkszeug der Innenarchitektur anzuwenden. Und ein Projekt vom Kick-off-Meeting bis zur Schlüsselübergabe zu betreuen, ist genau das, was ich mir gewünscht habe.“

Sie fühlt sich bei Lemmer Concepte wohl, angekommen und dazugehörig. Ihr Freund, mit dem die Innenarchitektin seit zehn Jahren zusammenlebt, hat volles Verständnis für ihren beruflichen Einsatz, der auch einmal deutlich über die üblichen Bürozeit hinausgeht – er arbeitet selbstständig und ist von daher bestens damit vertraut.

Auch in ihrer Freizeit beschäftigt sich Jaqueline gerne mit dem Thema Einrichten, liest Fachzeitschriften, durchstöbert Läden und tauscht sich über Pinterest mit anderen aus. Body Combat und Rückentraining im Fitnessstudio müssen als physischer Ausgleich gelegentlich sein, aber ihre mentale Balance zelebriert Jaqueline am liebsten am Abend auf ihrem Balkon – „ein Schörlchen und ein Zigarettchen zum Feierabend, und schon bin ich entspannt.“